CSD Zürich

Am 22. Juni 2024 findet der dritte antikapitalistische CSD in Zürich statt.

Der antikapitalistische CSD (Christopher Street Day) ist ein Kollektiv queerer Aktivist*innen, die sich zusammengeschlossen haben, um eine Alternative zur Zurich Pride zu bieten. Wir haben uns für den Namen CSD entschieden, da wir uns thematisch grob an der ersten Pride orientieren wollen. Der Christopher Street Day (28.06) ist der Tag, an dem sich queere Menschen an die erste Pride, die am 28.06.1969 an der Christopher Street in New York stattfand, zurückerinnern. Wir wollen daran erinnern, dass diese erste Pride ein politischer Aufstand gegen das System war. Deshalb wollen wir mit unserer bewilligten Demonstration eine radikale und antikapitalistische queere Politik im Sinne der ersten Pride verfolgen.

Im Gegensatz zu der bürgerlichen Assimilationspolitik der Zurich Pride, setzen wir uns für eine komplette Emanzipation aller queeren Menschen ein. Queere Menschen sollen sich nicht einer bürgerlichen Normalität angleichen müssen, sondern sollen so leben können, wie sie wollen. Dies bedeutet, dass wir alle systemischen Diskriminierungsformen intersektional bekämpfen müssen, damit alle queeren Menschen frei von Unterdrückung leben können.

Deshalb demonstrieren wir am 22.06.2024 gegen das queerfeindliche neoliberale System und für eine echte Queer Liberation.

Demo offen für alle Queers und Allies (TERFs not welcome).

Route & Programm


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Awareness- & Zugänglichkeitskonzept


Awareness-Konzept

Awareness; Was ist das?
to be aware = sich bewusst sein, sich informieren, für gewisse Problematiken sensibilisiert sein

Awareness und Privilegien
Oft merken wir es gar nicht, wenn wir andere unfair oder unreflektiert behandeln. Das liegt meist daran, dass wir uns der eigenen sogenannten Privilegien – Hautfarbe, Begehren, geschlechtliche Identität, Alter, Fehlen von Krankheit & Behinderung, Geld usw. – nicht bewusst sind. Und uns deshalb der gegebenenfalls anderen (gesellschaftlichen) Position unseres Gegenübers ebenfalls nicht bewusst sind. Dadurch kommt es vor, dass Personen unsensibel auftreten und handeln. Bitte seid euch also im Umgang miteinander eurer Privilegien bewusst.

Awareness und Konsens
Konsens bedeutet, dass Handlungen und Gespräche nur im gegenseitigen Einverständnis stattfinden. Es gilt: nur ein JA ist ein JA!

Es ist uns wichtig, dass nicht von der Erscheinung einer Person auf deren Pronomen und/oder Geschlechtsidentität geschlossen wird. Frag einfach nach, wie der jeweilige Mensch angesprochen werden möchte.

Was tun, wenn etwas passiert?
Grenzüberschreitungen werden individuell von den Betroffenen definiert. Manche Vorfälle führen dazu, dass sich Menschen angegriffen, missachtet, diskriminiert, verletzt, herabgewürdigt oder überfordert fühlen.

Falls ihr von grenzüberschreitendem Verhalten betroffen seid (oder dieses beobachtet), dann meldet euch bitte beim CSD-Awareness Team (in orangen Westen) oder unter der Awarenessnummer (076 823 66 48).

Awareness und Alkohol bzw. Drogen
Neben dem achtsamen Umgang mit anderen Menschen beinhaltet das Awarenesskonzept für uns auch den achtsamen Umgang mit sich selbst. Das heisst: Achte auf deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen. Kenne und kommuniziere diese. Dazu gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit Rauschmitteln inkl. Alkohol.

Achte auf dich selbst und andere. Falls jemensch Hilfe benötigt, dann helfe oder hole Hilfe.

Grundsätzlich gilt: Der Konsum von enthemmenden Substanzen ist keine Entschuldigung für übergriffiges oder grenzüberschreitendes Verhalten.

Awareness und Müll
Bitte entsorge deinen Müll in die dafür vorgesehenen Behälter.

Wir dulden kein übergriffiges oder gewalttätiges Verhalten, Queer- und Trans*feindlichkeit, Fettfeindlichkeit, Sexismus, Rassismus, Faschismus und Ableismus auf unserer Veranstaltung.

Wir als Veranstalter*innen versuchen den CSD für alle so angenehm wie möglich zu gestalten. Dabei müssen aber alle mitarbeiten, also auch die Gäst*innen. Achtet aufeinander und geht respektvoll miteinander um. Achtet auf eure Grenzen und die Grenzen anderer.

Whatever you wear, wherever you go...
YES means YES and NO means NO!

Zugänglichkeitskonzept

Die Route:

Die Route ist fast gänzlich flach, ausser dem Gang über die Münsterbrücke am Schluss der Demoroute. Fast die ganze Route ist auf geteertem Boden. Nur beim Münsterhof und der Münsterbrücke ist gepflasterter Boden.

Ruhezonen/Safer Space während der Demo:

Es ist uns leider nicht möglich, einen eigenen Raum oder eine Zone zur Verfügung zu stellen, wo wir Ruhe garantieren können.

Du darfst dich an das Awareness-Team (orange Westen) wenden, damit sie mit dir einen ruhigen Ort suchen und dich dorthin begleiten. Das Awareness-Team erreichst du unter 076 823 66 48 per Anruf oder SMS. Das Awareness-Team hat ebenfalls Oropax dabei, welche Gratis abgegeben werden.

Für Menschen die nicht live teilnehmen können/möchten:

Es findet durchgehend ein Livestream via Instagram statt. Welcher nur zu diesem Zeitpunkt läuft und anschliessend nicht mehr verfügbar ist. Das haben wir aufgrund der Privatsphäre von Menschen, die teilnehmen entschieden.

Reden werden schriftlich auf der Webseite festgehalten.

Für Hörbehinderte Menschen:

Das Programm beim Münsterhof vor und nach der Demo wird auf Deutschschweizer Gebärdensprache übersetzt.

Bei weiteren Fragen bzgl. Zugänglichkeit melde dich unter csd-zurich@protonmail.com

Spenden & Mithilfe


Wenn du uns finanziell unterstützen möchtest, wir haben ein Bankkonto.

PS: Die "Rechnung" ist auf 50 Franken eingestellt, du kannst aber frei wählen wieviel du uns spenden möchtest.

TWINT QR-Code

Hast du Lust als Organisator*in oder Helfer*in mit uns den nächsten antikapitalistischen CSD zu gestalten? Dann komm zu einem unserer nächsten Treffen! :)

Falls du helfen möchtest bei der Demo oder der Party, kannst du uns auf insta oder per Mail auf csd-zurich@protonmail.com kontaktieren.

Weitere Infos


Rainbow Capitalism, die Zürich Pride und warum es uns gibt.

Vor ungefähr 5 Monaten gab die Zurich Pride ihren Vorschlag für das Motto der diesjährigen Pride heraus. Viele Menschen in der LGBTQIA+ Community waren seit längerem gespannt auf diesen Moment, da die Zurich Pride im Oktober 2021 verkündet hatte, dass die Pride 2022 zum Thema trans stattfinden würde....

Dies war ein signifikanter Moment, da das Verhältnis der Zurich Pride zu diesem Thema schon immer sehr schwierig war. Seit der ersten Pride in Zürich im Jahr 1994, wurden trans Menschen, wenn überhaupt, nur am Rande erwähnt oder «mitgedacht». Dass der grösste und einflussreichste queere Verein einen so grossen und historisch wichtigen Teil der LGBTQIA+ Community fast 30 Jahre lang im Wesentlichen unsichtbar gemacht hat, ist erschreckend und nicht akzeptabel. Auch neben dieser grossflächigen Vernachlässigung des Thema trans, tat sich die Zurich Pride immer sehr schwer und weigerte sich teilweise auch schlichtweg, trans inklusiver zu agieren. Zum Beispiel hat sie sich wiederholt geweigert, genderneutrale Toiletten am Festival einzuführen oder wurden auf ihrer Webseite erst vor wenigen Monaten die Pronomen der Vorstandsmitglieder hinzugefügt.

Insgesamt hat die Zurich Pride wiederholt gezeigt, dass die Inklusion und das Herausheben marginalisierterer Teile der queeren Community (TINAQ Menschen, AroAce Menschen, BIPoC, Migrant*innen) nicht ihre Priorität ist. Die Zurich Pride ist hauptsächlich von weissen cis Queers für weisse cis Queers, deren Forderungen nach Queer Liberation im Wesentlichen nicht über die Ehe für Alle hinausgehen.

So hat es eigentlich nicht erstaunt, dass das der erste Vorschlag für das Motto der Pride 2022 in dieser Hinsicht erneut enttäuschte. Dieser lautete nämlich «trans*normal - Mensch bleibt Mensch». Dieser Vorschlag stiess bei vielen Menschen aus der trans Community und aus linken queeren Kreisen auf starke Kritik, da sich die Assimilationspolitik, die dieses Motto äussert, nicht mit linken Ideen von Queer Liberation vereinbaren lässt. Die Grundaussage des Mottos, dass trans Menschen einfach normale Menschen sind und somit in die bürgerliche Gesellschaft hineinpassen wollen, ist problematisch, da das Erwähnen einer Normalität auch immer eine Abnormalität impliziert und die Normalität der bürgerlichen Gesellschaft schliesslich cis-heteronormativ ist. Das Motto sagt also eigentlich aus, dass die trans Menschen, die in die bürgerliche Definition von «normal» hineinpassen, in der Gesellschaft akzeptiert werden sollen und die restlichen nicht. Dies stimmt natürlich nicht; trans Menschen und generell queere Menschen müssen sich nicht der bürgerlichen Normalität angleichen. Ganz im Gegenteil müssen wir die wundervolle Diversität der queeren Community hervorheben und wertschätzen und soziale und gesellschaftliche Normen sprengen. Das Sprengen dieser Normen war schon immer ein essenzieller Teil des Kampfes für Queer Liberation.

Nach heftiger, aber berechtigter Kritik von trans Menschen und linken Queers, hat sich die Zurich Pride erstaunlicherweise dazu entschieden, das Motto zu «trans-Vielfalt leben» zu ändern. Dieses Motto ist schon viel besser und impliziert viel mehr eine Zelebration der Vielfalt von trans Menschen als die bürgerliche Assimilationspolitik, die das erste Motto ausdrückte. Trotzdem zeigt der erste Vorschlag sehr gut, welche Politik die Zurich Pride verfolgt.

Die aufgezählten Probleme sind eigentlich nur Symptome der generellen Interessen der Zurich Pride. Die Zurich Pride ist ein Partyverein und hat den eigentlichen Zweck einer Pride vergessen. Um ihre extravaganten Partys zu finanzieren, muss die Zurich Pride mit grossen Sponsor*innen (UBS, CS, Gilead etc.) zusammenarbeiten. Sie kann es sich, aus Angst diese zu verlieren, also nicht erlauben progressivere/radikalere Forderungen zu stellen. Denn grosse Banken und Konzerne interessieren sich nur so weit für queere Menschen, wie es ihnen mehr Profit generieren kann. In Praxis bedeutet dies, dass sie im Juni, dem Pride Monat, zwar die Pride Fahne in ihr Logo auf Social Media einarbeiten oder aus kommerziellen Gründen an Pride Umzügen mitlaufen, dann aber gleichzeitig mit Regierungen zusammenarbeiten, die queere Menschen unterdrücken oder gar zum Tode verurteilen und queerfeindliche Rechtspopulist*innen in Europa und Amerika mitfinanzieren.

Auch laufen an der Zurich Pride jährlich Vertreter*innen der Polizei und des Militärs mit. Also genau die repressiven Arme des staatlichen Gewaltmonopols, die historisch Aufstände zur Forderung nach Grundrechten für queere Menschen konsequent gewalttätig niedergeschlagen haben und auch heute immer noch die Queerphobie des neoliberalen Systems reproduzieren. Dies äussert sich oft in Gewalt gegenüber queeren Menschen, die wirkliche Queer Liberation fordern und für ihre Rechte einstehen.

Die Zurich Pride hat also seit Jahren Probleme mit der Inklusion von TINAQ Menschen und anderen Teile der LGBTQIA+ Community, die nicht ihrem cis-weissen Standard entsprechen und hat sich wiederholt geweigert, sich spezifisch für die Rechte jener Gruppen einzusetzen. Weiterhin arbeitet sie mit Gruppen zusammen, deren Aktionen aktiv gegen die Liberation von queeren Menschen stehen, wie Banken, Konzerne, Polizei und Militär.

Aus diesen Gründen haben sich verschiedene queere Aktivist*innen aus der linken Szene zusammengeschlossen, um endlich eine Alternative zur Zurich Pride zu schaffen. So ist das Kollektiv CSD Zürich entstanden. Für dieses Jahr plant das Kollektiv eine Demonstration am 25. Juni als linke, intersektionale und antikapitalistische Alternative zum Pride Umzug am 18. Juni. An dieser Demonstration wollen wir uns für einen intersektionalen Kampf, für die Rechte queerer Menschen und für einen Systemwandel einsetzen. Wir stellen uns also gegen den Rainbow Capitalism der Banken und Konzerne, gegen das Pinkwashing der repressiven Organe des Staats und gegen die exklusive und kapitalistische Assimilationspolitik der Zurich Pride. Wir kämpfen also für die komplette Liberation aller queeren Menschen.

Wie mensch schon am Namen des Bündnisses und der daraus entstandenen Demo herauslesen kann, wollen wir uns spezifisch an die erste Pride und generell an die Geschichte des queeren Kampfes erinnern. Der Christopher Street Day (28.06.), kurz CSD, ist ein Tag, an dem sich die LGBTQIA+ Community an die erste Pride, die am 28. Juni 1969 im Stonewall Inn an der Christopher Street in New York stattfand zurückerinnert. Diese erste Pride war ein von Schwarzen trans Frauen angeführter Aufstand gegen das oppressive System und wurde von der Polizei mit massiver queerphober Gewalt niedergeschlagen. Queere Aufstände wie dieser waren schlaggebend für den Beginn der Akzeptanz queerer Menschen in unserer Gesellschaft. Hier sehen wir, dass positive Veränderungen für die LGBTQIA+ Community nicht aus bürgerlicher Assimilationspolitik entstehen, sondern aus gewaltvollen Aufständen radikal-queerer Aktivist*innen gegen das unterdrückende System. Auch sehen wir, dass die Polizei nicht der Freund queerer Menschen, sondern das repressive Organ eines queerphoben Systems ist, das historisch immer im Weg von Kämpfen für die Rechte der LGBTQIA+ Community stand. Also sagen wir laut: «You only gave us rights, because we gave you riots!» und «no cops at pride!».

Wir wollen uns an den Forderungen und der Form der ersten Pride orientieren und uns mit unserer Demonstration dem radikalen und intersektionalen Kampf gegen das queerphobe, sexistische, rassistische und kapitalistische System anschliessen.

Wir nehmen uns am 25. Juni hässig, kämpferisch und cute die Strassen und demonstrieren gegen das cis-heteropatriarchale neoliberale System und die bürgerliche Assimilationspolitik der Zurich Pride und sagen laut: «Queer Liberation – Not Assimilation!»

Kontakt


Wir sind auf Instagram @csd_zureich oder per E-Mail über csd-zurich@protonmail.com erreichbar.